ADFC Bielefeld enttäuscht über Entscheidung zum Johannistal
Stadtentwicklungsausschuss des Rates verwirft schon beschlossene Planung für einen radverkehrsfreundlicheren Umbau

Seit Frühjahr 2022 plante das Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld, die rund 350 m lange Radweglücke in der Straße Johannistal zu schließen. Grundlage dafür war das vom Rat der Stadt beschlossene Radverkehrskonzept. Und das Amt begleitete seine Planungen mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung. Im Juni 2022 fand der erste Workshop statt, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbringen konnten. In der Folge erarbeitete das Amt für Verkehr mehrere alternative Planungen und stellte sie erneut zur öffentlichen Diskussion. Klar war dabei, dass sie aufgrund der Platzverhältnisse Kompromisse beinhalteten. Letztlich entschieden sich die Bezirksvertretung Gadderbaum und der Stadtentwicklungsausschuss des Rates Ende des Jahres 2022 für eine der Varianten. Baubeginn sollte nach Zusage von Fördermitteln Ende 2024 sein.
Nach der Kommunalwahl im Herbst 2025 ist alles wieder anders: Mit Mehrheit der neuen CDU-/SPD-Ratskoaltion entschied der Stadtentwicklungsausschuss am 3. März 2026, die mit umfangreicher Bürgerbeteiligung zustande gekommene Planung nicht weiter zu verfolgen und alles komplett neu planen zu lassen.
Der ADFC Bielefeld hat das Gefühl, dass jetzt reine Parteipolitik über den Umbau bestimmt. Für die bisherige Planung wurden erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen des Amtes für Verkehr aufgewandt. Anscheinend aber sei noch ausreichend Geld in den klammen Kassen der Stadt übrig, um alles wieder von vorn zu beginnen, so der ADFC Bielefeld in einer Pressemitteilung. Fraglich sei auch, ob dann eine bessere Lösung dabei herauskomme. Der ADFC Bielefeld vermutet, dass es letztendlich nur darum geht, Parkmöglichkeiten am Fahrbahnrand zu erhalten, und nicht um den sicheren Lückenschluss in einer schon bestehenden Radverkehrsverbindung zwischen Innenstadt und Olderdissen. Besonders beschämend bei dieser Entscheidung sei, so der ADFC Bielefeld, dass beide Parteien in ihren Wahlprogrammen versprochen hätten, vorhandene Lücken im Radverkehrsnetz zu schließen. Der ADFC Bielefeld fordert dies auch für die neue Planung.