Geschlechtergerechter Straßenverkehr

Aus Sicht des ADFC sind die Mobilitäts-Bedürfnisse aller Menschen nicht gleichermaßen in Planungsprozesse verankert. Die Ankündigung der FGSV Gender Mainstreaming als Querschnittsthema in alle FGSV Produkte zu integrieren ist ein wichtiger Schritt.

Sichere Ampelschaltung für den Radverkehr.
Sichere Ampelschaltung für den Radverkehr. © ADFC NRW

„Gender und Mobilität“

Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) hat im Mai 2024 ihr Positionspapier zu „Gender und Mobilität“ aktualisiert. Die Integration von Gender Mainstreaming in alle FGSV-Produkte zeigt ein verstärktes Engagement für geschlechtergerechte Verkehrspolitik. Diese Entscheidung bedeutet, dass FGSV Richtlinien und Empfehlungen zukünftig verstärkt die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen werden.

Vision einer gendergerechten Mobilität

Die Vision einer gendergerechten Mobilität, die von der FGSV vorangetrieben wird, ist erfreulich. Die Fokussierung auf Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und den öffentlichen Nahverkehr sowie die Förderung von Sharing-Angeboten zeigt eine verstärkte Unterstützung für eine umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität. Der ADFC NRW begrüßt die Betonung der Verkehrssicherheit und die Absicht, Mobilitätschancen für alle zu verbessern.

Gleichberechtigte Mobilitätschancen

Eine genderdifferenzierte Betrachtung bei Verkehrsrichtlinien, -entscheidungen und -planungen ist unerlässlich, um gleichberechtigte Mobilitätschancen zu gewährleisten. Die Herausforderung, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmer:innen zu berücksichtigen, wird im Positionspapier adressiert. Noch sind „unsere Verkehrssysteme und -angebote [...] hauptsächlich am vollzeiterwerbstätigen Menschen orientiert, der sein Ziel (i. d. R. den Arbeitsplatz) möglichst schnell erreichen muss und unterwegs wenig Zeit und auch keinen Bedarf für Fahrtunterbrechungen hat.“

Das Positionspapier kommt zum Schluss, dass es für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Verkehr einen Top-Down-Ansatz braucht. Für die Umsetzung von Gender Mainstreaming nehmen demnach Ministerien, Verwaltungen und Unternehmen eine Schlüsselrolle ein. Das Positionspapier der FGSV ist ein wichtiger Beitrag in Richtung einer geschlechtergerechten und inklusiven Mobilitätspolitik, die vom ADFC NRW begrüßt und unterstützt wird.

Frauennetzwerk des ADFC NRW

Im Frauennetzwerk des ADFC-NRW sind inzwischen über 100 Frauen vernetzt. Die Ziele des Netzwerks sind u.a. den Austausch zu fördern und Potentiale zu entwickeln.

Deutscher Jursitinnenbund: Straßenverkehrsrecht und Straßenrecht geschlechtergerecht gestalten

Bereits im Februar 2024 hat der Deutsche Juristinnenbund eine ausführliche Stellungnahme zu einer geschlechtergerechten Reform des Straßenverkehrsrechts und Straßenrechts veröffentlicht. Im Rahmen der Stellungnahme wird zunächst das geschlechterspezifische Mobilitätsverhalten beleuchtet. Daraus abgeleitet werden Forderungen an ein neues Straßenverkehrsrecht und Straßenrecht formuliert. Im blauen Kasten ist die ausführliche Stellungnahme verlinkt.

Downloads

Positionspapier Gender Mainstreaming in der FGSV: Vision einer gendergerechten Mobilität

Vision_FGSV_Gendergerechte_Mobilitaet

Copyright: FGSV, Gender Mainstreaming in der FGSV – Positionspapier.

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